Lichterketterei

Dezember 8, 2008

Ich gehöre nicht zu der Sorte Mensch, die zur Weihnachtszeit Lichterketten ins Fenster hängt.
Nicht mehr.

Ich gehörte mal dazu.
Vor rund vier Jahren hab ich das mal gemacht.

Aber nun nicht mehr.
Der Grund: Ich habe die Lichterkette damals gar nicht erst abgenommen. 

Ich fand das clever.
Und mit süffisantem Lächeln sah ich dann und wann und jedes Jahr auf’s Neue meine Nachbarn hinter ihren Fensterscheiben auf Hockern balancieren und mit Lichterkettenknoten kämpfen.

Auf dieses heimelige Vergnügen freute ich mich auch dieses Jahr.

Nur meine Lichterkette hatte es sich wohl anders überlegt.

Kürzlich gab es ein klirrend-klapperndes Geräusch, und mein ganzjähriger Weihnachtsglanz lag auf dem Wohnzimmerboden.

Sie liegt dort noch immer.
Ich habe mich bisher noch nicht durchringen können, auf einem Hocker zu balancieren und meinen Nachbarn das Vergnügen zu bereiten, mich mit meiner Lichterkette kämpfen zu sehen.

…klebe aber an der Mattscheibe und vor’m Rechner, um ja keine Hochrechnung zu verpassen.
Ich drücke Obama die Daumen…auch wenn ich letztlich skeptisch bin: Ist Obama nicht auch eine Katze im Sack?

Trotzdem…bitte, bitte, ihr lieben verrückten Amis:
Macht eure Kreuzchen (oder was auch immer man mit diesen Wahlmaschinen so macht) an der richtigen Stelle!

Ich geh sonst nie wieder bei McDonald’s essen!
Jawohl!

…ist wirlich so eine Sache.

Es ist zu schön sie auf der Nase zu haben…und es kann sogar schön sein, wenn sie einem nach und nach von der Nase rutscht.

Meistens aber ist es das nicht.

Und fast immer ist es mit Schmerz verbunden.

Und noch schlimmer kommt es, wenn sich beide ehemaligen Brillenträger vergeblich mühen, die Brille wieder aufzuheben.

Sind die Arme zu kurz?
Beugen wir uns nicht genug?

Und die Brille – die rosarote – liegt im Dreck.
Ich kann sie dort liegen sehen.
Und er sieht sie auch dort liegen.

Wir schauen uns hilflos an und sehen es bröckeln.

Ich werde wohl wieder zum Zyniker werden müssen.
Auch wenn ich mir alles andere als das wünsche.

Herz tut weh.

August 2, 2008

When you’re a little kid, you’re a little bit of everything. Artist, scientist, athlet…
Sometimes it seems like growing up is a process of giving those things up – one by one.

I guess, we all have one thing we regret giving up.
One thing, we really miss.
And we gave it up because we were too lazy or we couldn’t stick it out.
Or because we were afraid.
                                           (The Wonder Years, Episode 2×07, ‘Coda’)

als ich letzte Nacht in einer verqualmten Jazz-Bar meine letzte Zigarette ausdrückte und verkündete: “So! Das war´s!”

Ich raffte meine Sachen, rutschte möglichst elegant vom Barhocker (mit Rock ein gewagtes Unterfangen), und verließ die Bar…fanfarenartige Saxophonklänge noch im Ohr.

Die Tür klappte hinter mir zu, ich atmete tief ein und sog die kalte Nachtluft in mich ein. Ich genoß das euphorische Gefühl des Gesiegt-habens.

Da ging die Tür hinter mir wieder auf. Ein junger, allzu beflissener Engländer hielt mir meine Zigaretten unter die Nase, die ich absichtlich auf dem Tresen hatte liegen lassen.

Vermutlich war mir das elegante vom-Barhocker-rutschen einfach zu gut gelungen.

“You forgot..”, setzt er an.
“I didn´t”, unterbreche ich ihn sofort.

“I quit. Just right now.”

Der arme Kerl…er schaute ganz verwirrt und trollte sich.
Ich warf mir meinen Schal über die Schulter und schlenderte die Straße hinunter…
Unbändigen Stolz im Herzen.

Unnötig zu erwähnen, daß ich nach knapp 24 Stunden ohne Nikotin ein unleidliches Wrack bin…

Stöckchen #1

November 18, 2007

Das Leben ist…etwas, was ich habe; wofür ich aber nichts getan habe, um es zu bekommen. Und so haben wir nun den Salat.
Sterben müssen ist…unvermeidbar.
Menschen können…zu oft zum Fremdschämen animieren.
Menschen sollten…einander zugetan sein.
Die Welt braucht…mich im Grunde nicht.
Das Wichtigste im Leben ist…Stärke und Gelassenheit.
Unwichtig ist…Currywurst aus´m Kühlregal.
Vergangenheit ist…oft gut zu verdrängen, aber schwer, sich davon zu lösen.
Zukunft bedeutet…planen, planen, planen…und dann kommt´s anders.
Zeit ist…gnadenlos vorwärtsdrängend.
Liebe ist…für mich unmöglich zu definieren. Kuscheligkeit und Geborgenheit vielleicht. Watte um mich herum. Das Gute in mir, all das Böse der Welt außerhalb von mir.
Freunde haben ist…Glück und Verpflichtung, wobei man letzteres gern auf sich nimmt.
Glück ist…nicht existent. Schicksal, baby! ;-)
Gefühle sind…flüchtig. Die guten wie die schlechten.
Konflikte bedeuten…ein Grummeln im Bauch.
Hoffnung ist…Lebenselixier an sich. Der Wille nach Veränderung und Besserung.
Glauben können ist…etwas, um das ich viele Menschen beneide.
Träume sind…Schäume einerseits, Motor andererseits.
Visionen sind…mir suspekt.
Veränderung bedeutet…loslassen.
Stagnation bedeutet…daß man einen Tritt in den Hintern braucht.
Ich brauche…keinen Tritt in den Hintern. Aber Tortellini mit Sahnesoße wären schön.
Angst habe ich vor…dem Moment, in dem ich realisiere, wie viele Chancen ich habe verstreichen lassen. Und mich in einem Leben wiederfinde, daß ich so nie führen wollte.
Mut bedeutet…sich selbst den Tritt in den Hintern zu verpassen.
Das Allerschwerste ist…sich selbst zu mögen.
Es ist so leicht…andere zu mögen.
Verlieren bedeutet…daß man sein Gegenüber zu einer Revanche auffordert!
Gewinnen heißt…seinem Gegenüber eine Revanche anzubieten.
Perfekt sein bedeutet…keine Ziele mehr im Leben haben zu können.
Versagen ist…temporär. Immer nur temporär.
Verlust ist…ein Wort, daß sich von “sich verlustieren” ableitet.
Schmerz ist…etwas, was man braucht, um Freude spüren zu können.
Arbeiten bedeutet…Befriedigung, wenn man die Möglichkeit hat, etwas Sinnvolles zu tun; Müdigkeit, wenn man wenig Sinnvolles tut.
Geld ist…immer zu wenig da.
Leistung ist…ein furchtbar technokratisch-kühler Begriff.
Stärke ist…wovon ich ganz viel in mir habe!
Phantasie kann…sterben, wenn man zuviel Fernsehen guckt.
Kreativität ist…auch irgendwo in mir…glaub ich.
Gerechtigkeit…würde als Wort nicht existieren, wenn die Mensche nicht immer auf ihren eigenen Vorteil bedacht wären.

(Von hier)

Ich laß das Stöckchen einfach mal hier liegen. Wer will, darf sich´s gerne nehmen.

…äußern sich abfällig über eben jene.

Zyniker.
Tss.
War ich auch mal.
Werd´ ich bestimmt auch wieder.

Aber bis dahin suhl´ ich mich in fluffig-flauschigen rosaroten Wölkchen – und lasse das Zwinkern, wann denn der freie Fall bevorstehen mag, einfach mal sein.

Je weniger ich blogge,

Oktober 19, 2007

…desto besser geht´s mir. Meistens jedenfalls.

Wenig bloggen bedeutet in meinem Fall, daß das Leben mich fest in seiner Hand hält und mir keine Extraminute zur Besinnung schenken will. Ich taumele dann durch das Leben…erlebe und lebe…und genieße das Achterbahngefühl.

Doch wenn es mich schließlich nach Reflektion des Erlebten verlangt, ziehe ich mich gerne mal für einen Tag vom Leben zurück, lümmele auf dem Sofa herum, trinke einen Milchkaffee nach dem anderen und blogge mal wieder.

Und dann wird reflektiert. Konsequenzen werden gezogen. Ziele abgesteckt, Handlungsstrategien entworfen. Im Großen wie im Kleinen.
Das muß nicht immer den Weg in mein Blog finden…aber es findet recht parallel zum Schreiben statt.

Meine Achterbahn der letzten 10 Tage, wen´s interessiert:

1. Die letzte Zwischenprüfung, solide bestanden mit einer 2,3. Bestanden ist bestanden, wenn auch das Ego ein bißchen murrt.
2. Mein Geburtstag. Jetzt ist es amtlich: Nur noch ein Jahr bis zur 30.
3. Die Schmetterlinge haben sich von mir abgewendet. Sie flattern noch in meinem Leben herum, nur nicht mehr direkt vor meiner Nase. Ich habe sie vermutlich ein bißchen verscheucht. Aber wenn ich ganz still sitze, mich nicht bewege und ihnen nur zuschaue – vielleicht kommen sie dann wieder zu mir zurück?
4. Ablenkung von den Schmetterlingen mit unterhaltsamen, wenn auch zweifelhaften Methoden. Hier braucht´s tatsächlich jede Menge Reflektion.
5. Das Wintersemester hat begonnen. Neues Spiel, neues Glück. Wie immer.

Ich kann den nächsten Tag kaum erwarten – das Leben ist einfach zu aufregend!

Zu dumm…

Oktober 8, 2007

…wenn die U-Bahn-Tür zugeht, und den Rucksack dabei einklemmt.

Noch dummer, wenn man am Rucksack zerrt und zieht, aber der Rucksack sich von der Tür nicht lösen will.

Ganz dumm ist, wenn der Rucksackriemen reißt, die U-Bahn anfährt, und den Rucksack einfach mitnimmt.

Und so schaut man doch ziemlich dumm aus der Wäsche, während man dem Rucksack hinterherblickt, wie er im dunklen Tunnel verschwindet.

Ist glücklicherweise nicht mir passiert.

;-)

Free Burma!

Oktober 4, 2007

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